Heute zwei kleine Arbeitsgeschichten einer Tieräztin, die in einer Gemischtpraxis in der Nähe von Lüneburg arbeitet:
Zu dem Sprachlos-foto könnte ich auch einige setzen, wenn ich die erlebten Patienten fotografiert hätte. Z.B. den Feldhasen, den aufmerksame Autofahrer aus dem Graben gefischt haben und in die klinik brachten, nachdem andere unaufmerksame Autofahrer offenbar über selbigen Hasen gefahren sind. Die Helferin brachte mir den Hasen durch den Hintereingang in das Sprechzimmer. Zunächst sah ich nur eine Abschürfung am Rücken. Dann drehte Nadine den Hasen ins "Profil" und ich hatte kurzfristig den Gedanken, dem Hasen würde ein Stock im Bauch stecken. Eine gleichermaßen absurde wie ekelhafte Idee. Nein, es war der Rest vom Femur, der vom Fleische befreit schräg hochstand, der Rest des Beines dängelte an einem Hautlappen lasch herunter. Ebenfalls ekelhaft und scheußlich. Ohne lange zu zögern entschloss ich mich, dem Leiden des Hasen ein Ende zu setzen. Als ich aus dem Behandlungsraum in die Apotheke ging, um das T 61 zu holen, begegneten mir die (sehr jugendlichen) Bringer des Hasens und fragten, was denn jetzt mit ihm geschehen soll..(!) Und dann auf meine Antwort hin: "Kann man denn da gar nichts mehr machen..?"
Und dann erlabt man ja auch immer wieder die klassischen "James Herriot"-Geschichten: "Mit meinem Schaf stimmt was nicht. Das zittert so und ist nicht gut drauf. Also, früher haben wir denen ja ins Ohr geschnitten und dann ging es ihnen besser." -"Nee, lassen sie mal lieber! Ich komme dann gleich vorbei und schaue mir das Schaf an!" ( Das Schaf hatte Fieber, wurde behandelt und war nach einem Tag schon wieder deutlich besser zuwege, aber die Schäferin ließ es sich nicht nehmen, zu sagen, dass sie ja dem Schaf am liebsten ins Ohr geschnitten hätte...) Hat man Worte?
Danke für die beiden Berufsgeschichten!
Donnerstag, 16. Oktober 2008
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